Professionelle Videos 40 Prozent günstiger

Professionelle Videos 40 Prozent günstiger

Wie neue Technik, VJ-Workflows und die Stilmittel von Social Media die Kosten für Videos um 40 Prozent reduzieren.

Wer heute professionelle Videos zu Kosten produziert, die noch vor ein paar Jahren üblich waren, bekommt ein Problem. Der Druck auf die Preise ist immens. Veränderte Workflows und der richtige Einsatz leistungsfähigerer Technik können das aber mehr als kompensieren.

Klassische Produktionsfirmen für TV, Film und Werbung tun sich damit oft schwer. Jahrzehntelang haben sie ihre Workflows optimiert. Doch nun sind diese Arbeitsabläufe nicht mehr zeitgemäß.

Anders arbeiten

Andererseits bieten neue Workflows und leistungsfähigere Technik neue Chancen. Klassische Produktionsfirmen für TV, Film und Werbung tun sich damit oft schwer.  Jahrzehntelang haben sie ihre Workflows optimiert. Doch nun sind diese  Arbeitsabläufe nicht mehr zeitgemäß.

Kameramann/frau, Assistent für den Ton und Redakteur am Set? Videojournalisten arbeiten anders. Sie gehen allein los, auch für TV-Beiträge. Das wäre vor ein paar Jahren kaum möglich gewesen. Typische Broadcast-Kameras waren da noch viel zu schwer. Multikameraaufnahmen kamen wegen der Anschaffungs-und Mietpreise für die EB-Camcorder zu teuer.

Gefilmt mit einem „Fotoapparat“: Der Sony Alpha 7

Neue Technik

Die Ausrüstung für einen Steadycam-Operator sieht eher aus wie die eines Tiefseetauchers mit Gestell und Gegengewichten für die Bildstabilität. Heute gibt es federleichte Gimbals mit Sensoren und Motoren für alle drei Achsen im Raum, um das Bild zu stabilisieren und weiche Bilder aus der Bewegung möglich zu machen.

Klassisch arbeitende Kameraleute sitzen nicht mit im Schnitt. Wenn sie ihr Material abgedreht haben, beginnt für sie ein neuer Job. Das Problem: wer selbst nicht ständig auch als Editor arbeitet, weiß aus der täglichen Arbeit nicht, was Redakteur und Cutter eigentlich an Bildern brauchen.

Durch VJ-Workflow von 7 auf 4,2 Manntage.
Durch VJ-Workflow von 7 auf 4,2 Manntage.

Das richtige Timing

Die Folge: Bei aller Brillanz der Aufnahmen ist das Timing oft falsch. Szenen werden zu lange gedreht oder zu kurz. Die Kameraleute sind ständig auf Anweisungen des Regisseurs vor Ort angewiesen. Der muss seinen Kontrollmonitor immer genau beobachten. Das kann schwierig sein, gerade bei Action-Szenen, wo der Regisseur trotz Funkmonitor kaum hinterher kommt.

So etwas habe ich gerade wieder bei einer klassisch organisierten Produktion erlebt. Mein Timing-Gefühl  sagte mir schon während des Dreh, das einige Szenen zu aufwendig gefilmt wurden. Diese Zeit fehlt dann woanders, denn Drehtage sind straff geplant. Im Schnitt musste ich dann feststellen, dass ich viel gutes Material nicht verwerten konnte, andere Sequenzen aber knapp an exzellenten Bildern waren.

Mehr aus dem Material rausholen

Der typische Workflow eines Videojournalisten ist anders. Hier gehe ich mit meinen selbst gefilmten Material in Redaktion und Schnitt. Genau mit dem, was ich brauche. Da ich nicht nur Redakteur im Schnitt bin, sondern auch Cutter, entfällt wiederum das Erklären am Schnittplatz.

Aus meinem Treatment und den Bildern entsteht der Film im Fluss. Ich sehe sofort, ob das, was ich im Kopf hatte, mit dem Rohmaterial so wirklich funktioniert und wie ich aus dem Material noch mehr rausholen kann.

Avid-Schnittplatz
Avid-Schnittplatz Foto: VORSATZ.MEDIA/William Vorsatz

Intuitive Programme

Noch vor ein paar Jahren war der Avid-Media-Composer DER Industriestandard im Schnitt. Leider ist dieses Schnittprogramm wenig intuitiv. Obwohl wir bei VORSATZ.MEDIA jahrelang mit dem MC gearbeitet haben, muss ich heute noch bei bestimmten Schnitttechniken überlegen, weil ich nicht mehr jeden Tag mit Avid schneide.

Premiere Pro und Final Cut dagegen sind mittlerweile  ähnlich leistungsstark und dabei intuitiv bedienbar. Die nahtlose Integration der Adobe-Produkte von Premiere Pro über After Effects bis zu Audition tut das Ihrige. So lässt sich der Schnitt mit Tonmischung heute bestens vom VJ meistern, Animationen mit After Effects ebenfalls.

Aus der Not geboren

Wo früher mehr oder weniger passende Schnittbilder wie die berüchtigte Nahaufnahme der gestikulierenden Hände bemüht werden mussten, erweist sich der stilbildende Einfluss von YouTube als hilfreich. Bildsprünge, waren früher ein No Go. Heute werden sie bewusst eingesetzt.

„Der Jump Cut ist eigentlich aus der Not der YouTuber in den frühen Jahren geboren“, erklärt Videojournalistin Anonia Schanze von den Berlin Videographers. „Die konnten es damals mit ihren Mitteln nicht besser.“ Heute beweist er nicht nur Zeitgeist, er spart auch Zeit für die Suche nach Schnittbildern.

Mehr als drei Wochen

Den Workflows von VJs für hoch professionelle Produktionen anzuwenden, „das lernt man nicht in einem Videokurs von drei Wochen“, warnt Robert Ackermann, Gründer der Berlin Videographers. Dem kann ich mich nur anschließen.

Ich habe mir Jahre Zeit nehmen können, mit den besten Kameramännern Deutschlands zusammenzuarbeiten und mit ebenso guten Cuttern. Erst dann habe ich für ausgewählte Projekte schrittweise den Workflow des Videojournalismus übernommen. Premiumproduktionen als VJ zu stemmen, das bedeutet, gleichzeitig professioneller Regisseur, Redakteur, Cutter und Tonmeister zu sein.

„Das lernt man nicht in einem Videokurs von drei Wochen.“ Robert Ackermann, Berlin Videographers

Grenzen kennen

Kritische Film- und Videoproduzenten sollten ihre Grenzen kennen. Wenn sie den VJ-Workflow bewusst übernehmen, können sie jedoch viel Redundanz vermeiden. Und damit ihre Videoproduktionen preisgünstiger anbieten. Ohne Qualitätsverluste. Die Kunden wird das freuen.

About The Author

William Vorsatz
William Vorsatz ist Geschäftsführender Inhaber von VORSATZ.MEDIA, Filmproduzent, Formatentwickler, preisgekrönter Autor

No Comments

Leave a Reply

LET'S GO

DAS KÖNNEN WIR TUN

Sie wollen eine Konsultation zu Ihrem Videoprojekt? Wir sind für Sie da und hören zu. Individuell geben wir Ihnen die Informationen, die Sie brauchen. Ohne Verpflichtungen für Sie. Testen Sie VORSATZ.MEDIA jetzt.

Ich möchte sofort...

 +49 30 213007091

Ist mir egal, wo...

+49 173 8362188

Ich sag es mal so...

hi@vorsatz.media

Hier geht’s lang...

Route planen

VORSATZ.MEDIA Grunewaldstraße 92, 10823 Berlin, Germany

Studio: Kreuzbergstraße 28, 10965 Berlin c/o PANORAMA3000

Wir benutzen Cookies um die Nutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessen. Durch Deinen Besuch stimmst Du dem zu.